Biologische Landwirtschaft

Die wesentlichen Rechtstexte und Informationen zur biologischen Produktion finden Sie auf der Homepage Kommunikationsplattform VerbraucherInnengesundheit des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz - BMSGPK.

Anträge auf Ausnahmegenehmigungen für bestimmte Eingriffe

Ab 01.01.2020 sind für Eingriffe bei Tieren (Enthornung, Kupieren von Schwänzen, usw.) Genehmigungen einzuholen (gemäß Art. 18 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 bzw. ab 01.01.2021 gemäß Anhang II Teil II Nr. 1.7.8 der Verordnung (EU) 2018/848).

Die erforderlichen Anträge können über die zwei nachfolgenden Online-Formulare direkt gestellt werden. 

Antragsformular für betriebsbezogene Ausnahmegenehmigungen bei

  • Enthornung von Kälbern bis zu einem Alter von sechs Wochen (Nachzucht und Masttiere)
  • Enthornung von weiblichen Kitzen für die Nutzung als Milchziegen bis zu einem Alter von vier Wochen
  • Kupieren von Schwänzen bei weiblichen Nachzuchtlämmern bis zu einem Alter von 7 Tagen (tierärztliche Bestätigung notwendig)

Worauf ist bei der Antragstellung besonders zu achten:

  • Betriebe, die alle oder nahezu alle Kälber enthornen, müssen für die beiden Kategorien „Kälber für die Nachzucht“ und „Mastkälber“ beantragen.
  • Die Begründung für die betriebliche Notwendigkeit muss ordnungsgemäß und wahrheitsgetreu angekreuzt und ergänzt werden.
  • Das Pflichtfeld „Konkrete Begründung, weshalb auf den Eingriff derzeit nicht verzichtet werden kann“ ist unbedingt auszufüllen. Die konkrete Begründung muss nachvollziehbar beschrieben werden.

Link zum Formular

Antragsformular für fallweise Ausnahmegenehmigungen bei

  • Enthornung von Rindern älter als sechs Wochen
  • Einziehen von Nasenringen bei Zuchtstieren

Worauf ist bei der Antragstellung besonders zu achten:

  • Es muss jedenfalls die Ohrmarkennummer und das Geburtsdatum der betroffenen Tiere eingetragen sein.
  • Bei Eingriffen müssen die betroffenen Tierkategorien angekreuzt werden.
  • Die Begründung für die betriebliche Notwendigkeit muss ordnungsgemäß und wahrheitsgetreu angekreuzt und ergänzt werden.
  • Das Pflichtfeld „Konkrete Begründung, weshalb auf den Eingriff derzeit nicht verzichtet werden kann“ ist unbedingt auszufüllen und die konkrete Begründung muss nachvollziehbar beschrieben werden.

Die Antragstellung hat VOR Durchführung der Eingriffe zu erfolgen.

Bewilligungen für fallweise Ausnahmegenehmigungen sind mittels Bescheid zu erteilen, wofür eine Gebühr zu entrichten ist. 

Link zum Formular

Sollte nach Antragstellung festgestellt werden, dass der Antrag nicht vollständig ausgefüllt wurde bzw. eine Ergänzung notwendig ist, so sollte dies so rasch als möglich durch eine E-Mail an post.lf5-lm@noel.gv.at noch vor der Genehmigung erfolgen.

Tipp: Antrag ausdrucken und als Bestätigung am Betrieb, ebenso wie das Bestätigungs-Email, aufzubewahren und für die Kontrolle durch den Tierarzt bereithalten.

Die rasche und ordnungsgemäße Antragstellung verhindert Beanstandungen bei Vor-Ort- Kontrollen und eventuelle Sanktionen. 

Zukauf von nicht biologisch aufgezogenen Junglegehennen - Art. 42 lit. b der Verordnung (EG) Nr. 889/2008

Bei Nichtverfügbarkeit von biologisch gehaltenen Tieren können im Rahmen einer Ausnahme nicht biologisch aufgezogene Junglegehennen von weniger als 18 Wochen vor dem 31.12.2018 in eine biologische Tierhaltungseinheit eingestellt werden, sofern die einschlägigen Bestimmungen von Kapitel 2, Abschnitte 3 und 4 der VO (EG) 889/2008 erfüllt sind.

Dafür stellen Sie bitte den Antrag Konventioneller Junghennenzukauf

Zukauf von konventionellen weiblichen Tieren (Rinder einschließlich Bubalus- und Bisonarten, Schweine, Schafe, Ziegen, Equiden) – Artikel 9 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008

Bei Nichtverfügbarkeit von biologisch gehaltenen Tieren können im Rahmen einer Ausnahme konventionell gehaltene Tiere zugekauft werden.

Aufbau eines Bestands oder einer Herde: Die nichtökologischen/nichtbiologischen jungen Säugetiere müssen unmittelbar nach dem Absetzen gemäß den ökologischen/biologischen Produktionsvorschriften aufgezogen werden.

Erneuerung eines Bestands oder einer Herde: Die nichtökologisch/nichtbiologisch gehaltenen, ausgewachsenen männlichen und nulliparen weiblichen Säugetiere (geschlechtsreife Tiere – bestehende Trächtigkeit möglich) müssen anschließend gemäß den ökologischen/biologischen Produktionsvorschriften aufgezogen werden.

Zukauf weiblicher Tiere

Die Zahl der zugekauften weiblichen Tiere pro Jahr ist wie folgt begrenzt:

  • 10% des Bestandes an ausgewachsenen Equiden oder Rindern einschließlich Bubalus- und Bisonarten
  • 20% des Bestandes an ausgewachsenen Schweinen, Schafen und Ziegen
  • Bei Beständen mit weniger als 10 Equiden oder Rindern oder weniger als 5 Schweinen, Schafen und Ziegen ist die Bestanderneuerung auf maximal ein Tier pro Jahr begrenzt.

In Sonderfällen (erhebliche Vergrößerung des Tierbestandes, Rassenumstellung, Aufbau eines neuen Zweiges der Tierproduktion, gefährdete Rassen) kann die Zahl der zugekauften konventionellen weiblichen Tiere im Jahr auf bis zu 40% erhöht werden. Dieser Zukauf ist jedoch genehmigungspflichtig.

Dafür stellen Sie bitte einen Antrag Konventioneller Tierzukauf

Verwendung einer nichtökologischen/ nichtbiologischen Lebensmittelzutat landwirtschaftlichen Ursprungs – Art. 29 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008

Im Anhang IX der Verordnung sind alle nichtökologischen/nichtbiologischen Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs gelistet, die ohne Genehmigung verwendet werden dürfen.

Wenn Sie andere Zutaten verwenden wollen, müssen Sie dafür einen Antrag stellen - Antrag Verwendung nichtbiologischer Lebensmittel.

Voraussetzungen für die Antragstellung:

  • Die Zutat kann nicht in ausreichender Menge nach den ökologischen/ biologischen Produktionsvorschriften hergestellt und nicht aus Drittländern eingeführt werden.
  • Das biologische Erzeugnis kann ohne die Zutat nicht hergestellt oder haltbar gemacht werden oder es können festgelegte ernährungsspezifische Anforderungen nicht eingehalten werden.
  • Der Anteil der beantragten nichtökologischen/nichtbiologischen Lebensmittelzutat an den landwirtschaftlichen Zutaten des Bio-Produktes darf höchstens 5 % betragen.

Eine erste vorläufige Zulassung von maximal 12 Monaten kann höchstens dreimal um jeweils 12 Monate verlängert werden. 

Verkürzung von Umstellungszeiten von Anbauflächen für die biologische Produktion – Art. 36 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008

Nehmen Sie dafür bitte Kontakt bei einer privat zugelassenen Kontrollstelle auf. 

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Ihre Kontaktstelle des Landes

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelkontrolle 
Landhausplatz 1, Haus 12 3109 St. Pölten E-Mail: post.lf5@noel.gv.at 
Tel: 02742/9005-13437
Fax: 02742/9005-12801
Letzte Änderung dieser Seite: 25.2.2020
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